
Es gibt nicht wenige, die, nachdem sie Die ĂŒblichen VerdĂ€chtigen gesehen hatten, sagten: âIch wusste es doch die ganze Zeit.â Der gemeine KinogĂ€nger hingegen wird einrĂ€umen, dass ihn die Auflösung von Die ĂŒblichen VerdĂ€chtigen allerdings ĂŒberrascht hat. Zu sehr irritiert ihn die Perspektive von Roger âVerbalâ Kint (Kevin Spacey), durch dessen Augen rĂŒckblickend die Geschichte von Die ĂŒblichen VerdĂ€chtigen erzĂ€hlt wird. Verbal ist ein Kleinkrimineller, der neben einem schwer verletzten ungarischen Seemann als Einziger die Explosion eines vermeintlichen Drogenschiffes im Hafen von Los Angeles ĂŒberlebt hat. Von der Polizei verhört schildert er seine Version, wie sich alles zugetragen hat: Bei einer ZeugengegenĂŒberstellung findet sich Verbal mit einigen einschlĂ€gig vorbestraften Gangstern, den ĂŒblichen VerdĂ€chtigen, in einer Reihe wieder, und wenig spĂ€ter planen sie auch schon das nĂ€chste Ding. Da sind Dean Keaton (Gabriel Byrne), Michael McManus (Stephen Baldwin), Fred Fenster (Benicio del Toro) und Todd Hockney (Kevin Pollak). Jeder zeichnet sich durch eine bestimmte Gabe aus, und so fragt sich Verbal, was er, der er nur ein KrĂŒppel ist, an Eigenschaft beitragen kann. Nach der erfolgreichen DurchfĂŒhrung ihres Plans bekommen sie einen Auftrag von dem mysteriösen Keyser Söze, der ein Nein nicht gelten lĂ€sst. Das Ende der ĂŒblichen VerdĂ€chtigen ist bekannt⊠Oder? â Denn nichts ist, wie es scheint.
Die ĂŒblichen VerdĂ€chtigen ist den beschwerlichen Weg vieler Independent- oder Low-budget-Produktionen gegangen und doch wieder einen ganz eigenen: Nachdem Regisseur Bryan Singer (X-Men â Der Film, Operation WalkĂŒre â Das Stauffenberg Attentat) und Drehbuchautor Christopher McQuarrie (Operation WalkĂŒre) immense Schwierigkeiten hatten, ĂŒberhaupt das Budget von ca. sechs Millionen Dollar fĂŒr die Verwirklichung ihres engagierten Projektes genehmigt zu bekommen, brauchte Die ĂŒblichen VerdĂ€chtigen lange bis zum Erfolg. Ăber Cannes fand Die ĂŒblichen VerdĂ€chtigen die Veröffentlichung zunĂ€chst nur in wenigen Kinos und endete doch letztlich als Kassenerfolg und im Gewinn zweier Oscars fĂŒr das Beste Drehbuch und den Besten Nebendarsteller (Kevin Spacey). Bryan Singer selbst bezeichnete die viel gepriesene ErzĂ€hlweise in Die ĂŒblichen VerdĂ€chtigen als Mischung aus Frau ohne Gewissen und Rashomon â Das LustwĂ€ldchen.